Die optimalen MIG-Schweißeinstellungen sind auf die Materialstärke und den Drahtdurchmesser abgestimmt und berücksichtigen Spannung, Drahtvorschubgeschwindigkeit und Schutzgas. Bei Baustahl mit 75/25 Argon-CO₂ werden dünne Bleche (1–2 mm) typischerweise mit 15–17 Volt und 90–150 IPM geschweißt. Dickere Bleche (3–6 mm) erfordern 17–21 Volt und eine höhere Drahtvorschubgeschwindigkeit.
Ist Ihre Maschine richtig eingestellt, klingt der Lichtbogen gleichmäßig und ruhig – wie beim Braten von Speck. Bei einer falschen Einstellung kommt es zu Durchbrennen, unzureichender Einbrandtiefe, Spritzern oder Porosität.
In diesem Leitfaden finden Sie eine vollständige Tabelle mit den MIG-Schweißeinstellungen sowie praktische Einstellregeln, die Profis tatsächlich in der Praxis anwenden.

Welche Spannung sollte man für ein MIG-Schweißgerät verwenden?
Die MIG-Spannung hängt primär von der Materialdicke ab.
- 1–2 mm Stahl: 15–17 Volt
- 3 mm (1/8 Zoll): 17–18 Volt
- 5 mm (3/16 Zoll): 18–19 Volt
- 6 mm (1/4 Zoll): 19–21 Volt
Höhere Spannung erzeugt eine flachere, breitere Schweißnaht, während niedrigere Spannung eine höhere Schweißnaht mit geringerer Ausbreitung erzeugt. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis. Ist die Spannung zu hoch, entsteht eine Hinterschneidung. Ist sie zu niedrig, wird der Lichtbogen instabil.
Die Spannung allein bestimmt nicht die Schweißqualität – die Drahtvorschubgeschwindigkeit muss dazu passen.
Wie viele Ampere benötigt man pro Materialstärke?
Eine gängige Faustregel unter Fachleuten lautet: 1 Ampere pro 0.001 Zoll Stahldicke.
Beispiele:
- 1/8 Zoll Stahl (0.125 Zoll) ≈ 125 Ampere
- 3/16 Zoll Stahl ≈ 180 Ampere
- 1/4 Zoll Stahl ≈ 250 Ampere
Für 2 mm Stahl (ca. 0.080 Zoll) benötigt man typischerweise 60–90 Ampere , was bei einem Drahtdurchmesser von 0.023 Zoll und einer Drahtgeschwindigkeit von 120–150 IPM 16–17 Volt entspricht.
Diese Regel bietet Ihnen eine solide Ausgangsbasis für die Feinabstimmung.
Welche MIG-Schweißeinstellungen werden für Baustahl empfohlen?
Nachfolgend finden Sie eine praktische Starttabelle für die Verwendung von ER70S-6-Draht und 75/25-Schutzgas.
| Materialstärke | Wire | Stromspannung | Drahtgeschwindigkeit | Gasstrom |
| 1 mm (20 ga) | 0.023 in | 15–16 V | 90–120 IPM | 15–20 CFH |
| 2 mm (18 ga) | 0.023 in | 16–17 V | 120–150 IPM | 15–20 CFH |
| 3 mm (1/8 Zoll) | 0.030 in | 17–18 V | 150–180 IPM | 18–22 CFH |
| 5 mm (3/16 Zoll) | 0.030 in | 18–19 V | 180–220 IPM | 20–25 CFH |
| 6 mm (1/4 Zoll) | 0.035 in | 19–21 V | 220–260 IPM | 20–25 CFH |
Wenn der Eindringgrad zu gering erscheint, erhöhen Sie die Drahtvorschubgeschwindigkeit leicht. Wenn die Schweißnaht zu flach ist, reduzieren Sie die Spannung schrittweise.
Wie viele Liter pro Minute werden beim MIG-Schweißen benötigt?

Beim MIG-Schweißen werden typischerweise 10–12 Liter Schutzgas pro Minute (l/min) benötigt. Dies entspricht etwa 20–25 Kubikfuß pro Stunde (CFH).
In Innenräumen bietet diese Produktreihe eine optimale Abdeckung ohne Turbulenzen. Im Freien kann Wind die Abschirmung beeinträchtigen, daher sollte der Luftstrom leicht erhöht werden – jedoch sollte übermäßiges Gas vermieden werden, da dies zu Durchlässigkeit führen kann.
Mehr Gas bedeutet nicht automatisch besseren Schutz.
Wie ändern sich die MIG-Einstellungen für Fülldraht?
Beim selbstschützenden Fülldrahtschweißen werden höhere Temperaturen erreicht als beim Massivdrahtschweißen; es wird kein externes Schutzgas benötigt.
| Materialstärke | Wire | Stromspannung | Drahtgeschwindigkeit |
| 2mm | 0.030 in | 16–17 V | 130–160 IPM |
| 3mm | 0.030 in | 17–18 V | 160–200 IPM |
| 5mm | 0.035 in | 18–20 V | 200–240 IPM |
| 6mm | 0.035 in | 19–21 V | 230–280 IPM |
Fülldraht wird typischerweise mit Gleichstrom-Elektroden (DCEN) betrieben. Massivdraht wird mit Gleichstrom-Elektroden (DCEP) betrieben. Eine falsche Polarität beeinträchtigt unmittelbar den Einbrand und die Lichtbogenstabilität.
Welche MIG-Einstellungen eignen sich für Edelstahl?
Edelstahl erfordert eine geringere Wärmezufuhr, um Verformungen und Verfärbungen zu vermeiden.
| Materialstärke | Wire | Stromspannung | Drahtgeschwindigkeit | Gas |
| 1 – 2 mm | 0.023 in | 15–17 V | 90–140 IPM | 98 % Argon / 2 % CO₂ |
| 3 – 4 mm | 0.030 in | 17–19 V | 150–200 IPM | Dreifachmischung |
Verwenden Sie Kurzschlussübertragung bei dünnem Edelstahl. Halten Sie die Transportgeschwindigkeit konstant, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Was sind die richtigen? MIG-Einstellungen für Aluminium?
Aluminium leitet Wärme schnell, daher sind eine höhere Drahtgeschwindigkeit und reines Argon erforderlich.
| Materialstärke | Wire | Stromspannung | Drahtgeschwindigkeit | Gas |
| 2mm | 0.030 in | 17–19 V | 200–300 IPM | 100 % Argon |
| 3 – 4 mm | 0.035 in | 19–21 V | 250–350 IPM | 100 % Argon |
Verwenden Sie eine Spoolgun oder ein Push-Pull-System, um Zuführungsprobleme zu vermeiden. Wenden Sie die Push-Technik an, um eine bessere Abschirmung und ein gleichmäßigeres Raupenprofil zu erzielen.
Beim MIG-Schweißen drücken oder ziehen?
MIG-Schweißen: Schieben oder Ziehen – Welches Verfahren ist das richtige für Ihre Schweißnaht? Beim MIG-Schweißen mit Massivdraht und Schutzgas empfiehlt sich die Schiebetechnik. Durch das Schieben wird die Gasabdeckung verbessert und eine flachere Schweißnaht erzeugt.
Bei selbstschützendem Fülldrahtschweißen sollte die Schweißpistole gezogen werden. Dadurch wird die Eindringtiefe erhöht und die Schlackenbildung besser kontrolliert.
Die Drahtart bestimmt die Technik.
Wie lässt sich die Spritzerbildung beim MIG-Schweißen reduzieren?

Spritzer deuten in der Regel auf ein Ungleichgewicht hin.
Prüfen Sie folgende Bereiche:
Richtige Spannungsbalance: Spannung an Drahtgeschwindigkeit anpassen.
Korrekter Elektrodenüberstand: Halten Sie einen Elektrodenüberstand von 3/8 bis 1/2 Zoll ein.
Stabiler Gasdurchfluss: Halten Sie 20–25 CFH in Innenräumen aufrecht.
Richtige Polarität: DCEP für Massivdraht prüfen.
Die meisten Spritzprobleme entstehen dadurch, dass die Spannung für die gewählte Drahtgeschwindigkeit etwas zu niedrig ist.
Woran erkennt man, ob eine MIG-Schweißnaht zu heiß ist?
Ein MIG-Schweißgerät ist zu heiß, wenn Sie Folgendes sehen:
Hinterschnitt an den Kanten
Durchbrennen bei dünnem Metall
Übermäßig flache Perlen
Starke Spritzer
Sollte dies der Fall sein, reduzieren Sie die Spannung leicht oder erhöhen Sie die Fahrgeschwindigkeit.
Wie können Sie Ihr MIG-Schweißgerät optimal einstellen?
Beginnen Sie mit der Tabelle. Passen Sie die Einstellungen dann schrittweise an.
- An Schrottmetall anschweißen.
- Prüfen Sie die Form der Schweißnaht und das Eindringen auf der Rückseite.
- Die Spannung sollte in Schritten von 0.5 Volt eingestellt werden.
- Passen Sie die Drahtgeschwindigkeit in kleinen Schritten an.
- Achten Sie auf ein gleichmäßiges, bogenförmiges Geräusch.
Selbst erfahrene Schweißer nehmen je nach Passung und Position der Schweißnaht Mikrokorrekturen vor. Präzision entsteht durch kleine Änderungen, nicht durch große Sprünge.
Fazit
Für eine optimale MIG-Schweißnaht sind eine ausgewogene Spannung, die korrekte Stromstärke und eine gleichmäßige Schutzgasabdeckung erforderlich. Nutzen Sie die Einstellungstabelle als Grundlage, beachten Sie die 1-Ampere-pro-Tausendstel-Regel und optimieren Sie die Einstellungen anhand des Nahtbildes.
Egal ob Sie Baustahl, Edelstahl oder Aluminium schweißen, kontrollierte Einstellungen führen zu gleichbleibenden Ergebnissen.
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Häufig gestellte Fragen
Die optimalen MIG-Schweißeinstellungen hängen von der Materialstärke, dem Drahtdurchmesser und dem Schutzgas ab. Bei Baustahl mit 75/25-Gas werden dünnere Bleche (1–2 mm) typischerweise mit 15–17 Volt und einer Drahtvorschubgeschwindigkeit von 90–150 IPM geschweißt. Dickere Bleche (3–6 mm) erfordern 17–21 Volt und eine höhere Drahtvorschubgeschwindigkeit. Die Einstellungen sollten stets an die Nahtart und -position angepasst werden.
Zum MIG-Schweißen von 2 mm dickem Stahl benötigen Sie üblicherweise 60–90 Ampere. Dies entspricht in der Regel 16–17 Volt bei einem Drahtdurchmesser von 0,58 mm (0.023 Zoll) und einer Drahtvorschubgeschwindigkeit von 120–150 IPM (Inches per Minute). Diese Einstellungen gewährleisten einen guten Einbrand ohne Durchbrennen. Führen Sie stets einen Probeschweißversuch durch und passen Sie die Einstellungen gegebenenfalls an die Passung der Naht und die Schweißposition an.
Bei den meisten Projekten mit Baustahl liegt die MIG-Schweißspannung je nach Dicke zwischen 15 und 21 Volt. Dünnes Blech benötigt 15–17 Volt, während 6,35 mm (1/4 Zoll) dicker Stahl 19–21 Volt erfordert. Die richtige Spannung sorgt für einen stabilen Lichtbogen und eine gleichmäßige Schweißnaht. Für optimale Ergebnisse sollte die Spannung auf die Drahtvorschubgeschwindigkeit abgestimmt sein.
Beim MIG-Schweißen werden typischerweise 10–12 Liter Schutzgas pro Minute (l/min) benötigt, was etwa 20–25 Kubikfuß pro Stunde (cf/h) entspricht. Diese Durchflussrate schützt das Schmelzbad vor Verunreinigungen, ohne Turbulenzen zu verursachen. Beim Schweißen im Freien kann ein etwas höherer Durchfluss erforderlich sein, jedoch kann ein Gasüberschuss die Porosität erhöhen.
Beim MIG-Schweißen mit Massivdraht und Schutzgas empfiehlt sich die Druckschweißtechnik. Durch das Drücken wird die Gasabdeckung verbessert und eine glattere Schweißnaht erzeugt. Bei selbstschützendem Fülldraht sollte die Schweißpistole gezogen werden, um den Einbrand zu erhöhen und die Schlackenbildung zu kontrollieren. Die richtige Technik hängt vom Drahttyp ab.



